Scharia – wie ein Wort deine Stimmung verändert, es aber nicht gleich sollte!

Nach vielen Monaten habe ich nun wieder mal die Zeit gefunden, ein mir wichtiges Thema hier auf meinen Blog zu behandeln.

 

Heute hat eine österreichische Bank bekanntgegeben, Scharia-konforme Konten anzubieten. Boaahh, … der erste Aufschrei der Unwissenden ließ nicht lange auf sich warten. Nachdem schnell klar wurde, dass es sich nur um Konten ohne Passiv- bzw. Aktiv-Zins handelt, musste ja gleich auch ein Aufschrei erfolgen, dass … „wir das auch bald alle haben werden“.

 

Grundsätzlich besteht in Österreich Religionsfreiheit, dass bedeutet in meinen Augen, dass nur jene Praktiken erlaubt sind, die nicht staatlichem Recht widersprechen. Über einige Punkte wird man wohl diskutieren müssen, da sie in einen Graubereich fallen, aber sofort „Integrationsunwilligkeit“ rufen, nur weil jemand ein Konto mit fixen Gebühren haben will, anstatt einem Gebühren und variablem Zins-Mix, müssen wir nicht gleich das Ende des Abendlandes ausrufen.

 

Ethisch korrektes Banking ist meiner Meinung nach ein Teil der öko-sozialen Marktwirtschaft, denn auch wir ChristInnen kennen das Zinsverbot … leben es aber großteils nicht.

 

Daher sollten wir uns einer Entwicklung objektiv stellen und fragen, ob diese hinderlich, vorteilhaft oder schlichtweg neutral für die Integration ist, deswegen zuerst denken, dann aufschreien.

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Wenn in der ÖVP die 3. Reihe aufbegehrt …

Wenn heute berichtet wird, dass Abg z NR Tamandl ein böses Posting auf Facebook hinterlässt, in dem sie auf Jene hinhaut, die nunmehr schon öffentlich zugeben müssen, dass weitere Zugeständnisse an die LehrerInnen nicht mehr möglich sind, dann wird das augenscheinlichen Bündeproblem der ÖVP sichtbar. Zuallererst sollte hierbei berücksichtigt werden, dass es um die LehrerInnen der Zukunft geht, die noch gar nicht unterrichten bzw. deren Dienststellung noch nicht fixiert ist und jährlich neu begründet wird. Ab nächstem Schuljahr besteht die Möglichkeit in das neue System zu wechseln bzw. mit 2019 gänzlich die neuen Regeln umzusetzen. Aber immer nur für JunglehrerInnen. In der derzeitigen Diskussion würde mensch meinen, dass ALLE LehrerInnen betroffen wären. Weiterlesen

Weihnachten 2000 auf Posten 431a oder mein Dienst an der Gesellschaft

In den letzten Monaten vor der Volksbefragung tauchen in den Nachrichten, TV-Shows und Zeitungsberichten vorrangig Menschen auf, wie der Oberlehrlingsvertreter Peschek, die über die Sinnhaftigkeit von Diensten in ihrer Grundwehrdienstzeit berichten. Meist sind es aber in der Folge jene Menschen wie Christoph Peschek, die auf die Pflichten Anderer pochen und die Rechte Derer aber beschneiden wollen, wo sie nur können.
Jeder Mensch hat in den vielen Rollen, die wir über haben, unterschiedliche Rechte aber auch differenzierende Pflichten.

Als männlicher Staatsbürger hat man neben der Stellungs- und Wehrpflicht auch allgemeine BürgerInnen-Pflichten, diese sichern uns eine Vielzahl an Rechten gegenüber der Republik, die aber nur durch die Leistung von Einzelnen sichergestellt werden kann. Egal ob dies Steuerleistungen, Ehrenamt oder eben auch den Dienst an der Gesellschaft sind, wer zu fragen beginnt, wieso jene Dinge notwendig sind, stellt das Prinzip der Solidarität in Frage. Jetzt John F. Kennedy hervorzukramen ist schon so abgedroschen, angesichts der politischen Lage in diesem Land, dass für mich vielmehr Voltaire einen interessanten Beitrag hinterlies.

Wir sind verantwortlich für das, was wir tun, aber auch für das, was wir nicht tun.

Verantwortung auch auf Kosten der eigenen Geldbörse, Zeit und Kraft ist heute mehr angebracht als je zuvor. Wollen wir nur im Takt rudern oder die Verantwortung übernehmen. Wenn eineR aufhört zu rudern, machen die anderen weiter. Jedoch kann niemand mit einem Schiff segeln, bei dem nicht alle Taue los sind, die Segel gesetzt wurden und die Besatzung verpflegt wird. Jede einzelne Aufgabe wichtig und ein Scheitern vorausprogrammiert, wenn nicht jedeR seine/ihre Tätigkeit ausführt, zum Wohle aller.

Neben einer Vielzahl an Übungstagen als Milizsoldat, habe ich auch an einem sicherheitspolizeilichem Assistenzeinsatz während meines Grundwehrdienstes im Südburgenland teilgenommen. Ich habe mich länger auf die Abwesenheit am 24. Dez. einstellen können und für mich war daher ein vorgeschobenes Weihnachtsfest am 23. kein Problem. Nachdem mich mein Vater wieder zum Dienst gebracht hat und mit den Worten „Uiihh, hier ist es aber verdammt kalt“ nach dem Verabschieden wieder ins Auto gestiegen ist, habe ich mich in meinem Feldhemd umgedreht und kurz den Kopf geschüttelt. Verbracht habe ich dann die Zeit der eigentlichen Bescherung auf Posten 431a in der Nähe von Eisenberg. Besonders schlimm war es nicht, da mein späterer Trauzeuge mit mir Dienst versehen hatte und ein Tee mit Oma’s Vanillekipferl ein bisschen Weihnachtsstimmung auf unseren 1,5m² Hochstand gezaubert hat.

Diese Weihnachten waren natürlich ganz anders als die Vorherigen, jedoch ist mir erst später, wirklich bewusst geworden, dass die Situation einigen Menschen Sicherheit gegeben hat. In welcher Relation diese steht, sollte die Bevölkerung entscheiden. Denn auch von anderen Ehrenamtlichen erwarten sich die Menschen am 24. Dez. das selbe Engagement wie immer, damit jedem/r die Angst genommen wird, nicht naiv auf die Solidarität zu hoffen, zu der sie selbst bereit wären.