„Meine Papas sind echt cool“ oder das vermeintliche Patent auf glückliche Kinder

Es gibt keinen Tag an dem die rückständigen Konservativen sich nicht auf die Brust klopfen und kundtun, dass glückliche Kinder nur innerhalb einer Partnerschaft Heterosexueller existieren können. Da muss der liebe Gott oder die Natur herhalten, die heilige Familie beschworen und vieles mehr.

Der alte Leitspruch „Familie ist dort, wo Kinder sind“ ist hier mehr als treffend, denn er verliert kein Wort über die Zeugung. Klar ist es natürlich oder für Andere gottgewollt, dass nur mit dem Zusammentreffen von Ei- und Samenzelle ein Kind entstehen kann. Somit ist auch vorherbestimmt, dass verschiedene Geschlechter mitspielen müssen. Wenn aber die Wendelin Mölzers‘ Österreichs, sich wieder mal bemüßigt fühlen, über den Archetyp eines Elternpaares zu referieren, muss allen Menschen klar sein, wie weit wir von diesem Wunschzustand sind, dass das leibliche Elternpaar für ihr Kind – bis über dessen Erwachsenwerdens – sorgen kann.

Meilenweit sind wir von den Lebensrealitäten der Kinder entfernt, denn vielen von Ihnen ist diese Wunschvorstellung gänzlich fremd. Wenn die leiblichen Eltern ein Kind nicht großziehen können oder wollen, dann springen im besten Fall Menschen ein, die den Part des Großziehens übernehmen. Sie sorgen dafür, dass das Kind ein Bett zum schlafen, etwas zum essen, keine Angst und auch die Liebe bzw. Zuwendung hat, die es für seine Entwicklung benötigt. Für Kinder ist ihre jeweilige Lebenssituation normal, denn wenn sie nicht bei den leiblichen Eltern wohnen, wissen viele von Ihnen, wie es davor war. Falls nicht, betrachten sie die Adoptiv- oder Pflegeeltern als Normalzustand. Nur wir, die Gesellschaft, wollen ihnen vermitteln, dass ihre Lebenssituation nicht zu dem passt, was früher halt der Norm entsprochen hat.

Mir ist es aber viel lieber, dass sich Menschen um jene Kinder annehmen können, die bestens dafür Sorge tragen, dass der holprige Start, den diese Kinder im Leben hatten, nicht durch weitere Turbulenzen fortgesetzt wird. Die Entscheidungen, ob Menschen situationsbedingt dies erfüllen können, müssen aufgrund vieler Tatsachen getroffen werden, wie seelische/emotionale Reife, finanzielle Sicherheit etc., aber niemals aufgrund Herkunft, Religion oder Sexualität.

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2 Gedanken zu “„Meine Papas sind echt cool“ oder das vermeintliche Patent auf glückliche Kinder

  1. Österreich wird wahrscheinlich gesellschaftliche Realitäten erst wirklich „akzeptieren“, wenn sonst niemand mehr in Europa an veralteten gesetzlichen Regelungen festhält. Es gibt auch in der ÖVP ein paar Personen, deren Äußerungen hoffen lassen – wie Rupprechter und Karmasin – aber denen wurde ja ziemlich schnell von der übrigen Partei signalisiert: Wenn du bleiben willst, schweigst du!

  2. Das Problem ist, dass Rupprechter und Karmasin halt nicht NUR in diese Weise arbeiten. Andere Aspekte, wie zB der PartnerBonus von unserer Familienministerin, erschweren den Aufbau einer Front gg den Sturheit mancher Parteifunktionäre.

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