JuristInnen-Flut im Staatsdienst

Es gibt kaum eine Stellenausschreibung im Bundes-, Landes- oder Gemeindedienst, die nicht den Abschluss eines rechtswissenschaftlichen Studiums erfordert. Jedoch sind dies meist keine Stellen im Bereich der Gesetzgebung, sondern sind meist mit Vollziehungs- bzw. Interpretierungsaufgaben befasst. Für den eigentlichen Legistischen Dienst ist dies natürlich unabdingbar. Jedoch wurde uns gerade erst vor Augen geführt, wie sinnvoll eine Ausschließung jedes anderen Studiums, außer jenes der Rechtswissenschaft ist.

Jene Monika Rathgeber, die als Leiterin des Budgetreferates entlassen wurde, holte ihr Jus-Studium während ihrer Tätigkeit im Landesdienst nach. Im jetzt erschienenen Rechnungshofbericht BUND 2013/9 zeigt sich jedoch die gnadenlose Überforderung, der sie aufgrund fehlender fachlicher Eignung, unterlegen ist. Hier werden nur jene Leistungen kritisiert, die sie aus ihrer Tätigkeit legal durchzuführen hatte. Die Derivativgeschäfte des Landes wurden in Excellisten erfasst, und geschlossene Geschäfte nur graphisch gekennzeichnet. Von fehlendem IKS und Risikoreporting für die vollmachtgebenden Organe ganz zu schweigen. Denn die Kameralistik und den Budgetprozess zu kennen sind eine Sache, sie im täglichen Leben umzusetzen eine Andere.

Ob nun diese Situation oder eine Vielzahl anderer, ein Studium der Rechtswissenschaften ist ein generalistisch Studium, welches nur durch Spezialisierungen auf zukünftige Aufgaben vorbereitet. Diese Spezialisierungen werden jedoch in den Stellenausschreibungen nicht als solches spezifiziert, denn meist werden sie um „Kenntnisse des …“ erweitetert. Hier sollte jedem Menschen klar sein, dass diese Spezialisierungen zu erwerben gilt und ein rechtswissenschaftliches Studium nicht Bedingung sein muss.

Daher sollte sich die Auswahl auf das fachliche Verständnis der zukünftigen Aufgabe beschränken, etwaige Potentiale im legistisch-normativen Bereich, durch die Verwaltungsakademie des Bundes vermittelt werden, denn es gibt mehr im 21. Jahrhundert als das römische Recht!

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Ein Gedanke zu “JuristInnen-Flut im Staatsdienst

  1. Rathgebers Vorgesetzer Dr. Paulus ist Jurist; Burgstaller Gabi ist Juristin….Landesrat Prenner ist glaub ich Politwissenschafter! Ich find es sollten berufsbegleitend MBAs, leicht zugänglich angeboten werden. Auch Staatsanw. absolvieren grad auf Uni eigenen Lehrgang gegen W-krimininalität! Ich hab nach alter Studienordnung studiert, aber das Wirtschaftswissen der neuen ist nicht viel besser. Relativ gute Ausb. kriegt man bei Finanzamt. Dienstprüung bei Land und bund eher schwach und dürfen eh nur die sie sicher bleiben. ehem.StAnw Krakow jetzt bei Anwalt und Leiter der Task-force hypo – da vermischt sichs ordentlich! Mein Kousin ist Jurist beim Land Steiermark – die Verwaltungsakademie ist aber ordentlich tot gespart worden!

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